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Die Vorfreude war groß und demensprechend perifär hat mich auch das frühe Weckerklingeln am Donnerstagmorgen um 3:30 tangiert. Entgegen meiner üblichen Aufwachtaktik bin ich bereits nach sieben Minuten aus meinem Bett gesprungen - immer im Hinterkopf habend, dass ich dem Alex versprochen habe, zwischen 4:45 und 5:00 bei ihm vor der Tür zu stehen. Letztlich war ich also erstaunlich fit und ready to go. Pünktlich zum Urlaubsbeginn hat sich die Kamera von Äxcel dazu entschlossen ihren Geist aufzugeben, sodass diese zwar ihren Weg im Kofferraum nach Südtirol antreten durfte, der Marsch in die Berge ihr aber verwehrt blieb. Letztlich war das auch sehr gut so, denn zwei von diesen schweren Geräten wäre einfach eines zu viel gewesen. Um 5:30 haben wir dann unsere Mitfahrer von mitfahrgelegenheit.de abgeholt. Wie der Name schon vermuten hat lassen, ist Dieter wirklich ein Anfang bis Mitte 50-jähriger Mann. Jesus war doch kein Geistlicher sondern ein Mexikaner, der eigentlich in München lebt, aber in Berlin arbeitet. Sachen gibts...In der Mitte unseren Vehikels der Kleinwagenklasse hat noch die Josy Platz gefunden, wollte jedoch nur bis Bayreuth mitgenommen werden. Das war letztlich auch gut so, denn 3 Mitfahrer auf der Rückbank eines Chevrolet Aveos sind einfach zu viel. Auf dem Weg nach München mussten wir zweimal Autogas nachtanken und haben an der einen Tankstelle festgestellt, dass ein gelbes Tshirt magischerweise alle im Umkreis befindlichen Fliegen anzieht.
In München haben wir dann auch unsere letzten Mitfahrer abgesetzt und sind erst einmal bei McDonald's eingekehrt. Die in Sichtweite liegende Hofpfisterei hat uns zunächst ein wenig irritiert, aber das Internet hat mir soeben verraten, dass es sich hierbei schlicht um einen Bäcker handelt. Nichtsdestotrotz gibt es auch hiervon ein "Beweis"foto. Von München bis nach Kufstein ist Morbus Schlatter bedingt der Äxcel gefahren. Dabei haben wir festgestellt, dass ich im eigenen Auto kein besonders guter Beifahrer bin. :-) Alex hingegen hat alle Strapazen der Fahrt gut weggesteckt. Danach ging der Spaß für mich los. Colin McRae-Feeling auf dem Jaufenpass und den davorliegenden Dörfern im Chevrolet Aveo hat richtig Laune gemacht und ist mehr als eine Entschädigung dafür, dass die Route über die Landstraßen mindestens 2h länger dauert, als wenn man den Brennerpass nutzen würde. Sehr erstaunlich, wenn auch vollkommen natürlich, war der schnelle Temperatursturz beim Hochfahren auf den Jaufenpass. Innerhalb kürzester Zeit und vor allem in nur 1500 Höhenmetern ist die Temperatur von ehemals 36°C im Tal auf nur noch 18°C gefallen. Sehr angenehm, aber dennoch faszinierend. Selbstverständlich sind wir diesen Streckenabschnitt mit einem angemessenen Wagen gefahren. Zum Beweis gibt es hier exklusiv sowohl Innen- als auch Außenaufnahmen der spaßigen Fahrt. Das Chevrolet-Logo auf dem Lenkrad ist natürlich nur Tarnung und dient vor allem der Diebstahlprävention.
Auf dem Jaufenpass angekommen hat sich ein atemberaubender Blick auf das Passeiertal geboten, welches man auf dem Weg nach Meran durchqueren muss. Vorbei an St. Martin und Riffian ist es nicht mehr weit bis zum mediterranen Meran mit seinen Palmen, Zypressen und mondänen Villen. Ein paar Höhenmeter unter dem Jaufenpass auf der Südtiroler Seite der Alpen dann die erste Panne des jungen Chevrolet-Lebens. Als der Äxcel sein Fenster zur Verbesserung der Luftzirkulation öffnete, drang leider nicht nur frische Luft, sondern leider auch ein martialisches Quietschen in den Innenraum und wir sind an der nächstbesten Stelle rechts ran gefahren. Nach mehreren ausgeklügelten Tests war klar: ein kleiner Stein, wahrscheinlich von den zahlreichen Baustellen an denen wir vorbeigefahren sind, hat sich zwischen Bremsscheibe und Bremsklotz gelegt und verursacht dieses schreckliche Geräusch. Den Berg herunter fahren zu müssen und der Gedanke daran, dass dabei eine Bremsscheibe reißt, war nicht sehr vertrauenserweckend, also habe ich den ADAC in München angerufen und mein Problem geschildert. Die netten Frau am Telefon meinte sodann, dass sie mich gerne mit den Kollegen in Italien verbindet. Nach kurzer Wartezeit und einer Positionsangabe meinerseits hat mir der nette Mann, angeblich aus Italien, eröffnet, dass er in Spanien sei und mich nun nach Italien verbinden würde. 15 weitere Minuten später war ich dann endlich mit der ADAC-Dependance in Italien verbunden und musste mir sogleich erklären lassen, dass ich leider keine PLUS-Mitgliedschaft habe und diese Panne somit nicht vom ADAC gedeckt sei. Ein mögliches Abschleppen müsste ich aus eigener Tasche bezahlen. Gott sei Dank brach dann die Verbindung ab und ich hatte noch einmal Zeit mich mit Äxcel zu beraten. Wir sind dann zu dem Schluss gekommen, dass wir ja noch ein paar andere Bremsscheiben haben und die Handbremse ja auch eine Funktion haben sollte. Schlussendlich sind wir das Risiko eingegangen und haben einfach gehofft, dass sich der Stein beim weiteren Fahren von alleine lösen würde. Also sind wir einfach weitergefahren und tatsächlich: der Stein löste sich bereits nach wenigen hundert Metern und wir konnten unseren Weg nach Meran fortsetzen.
Die Moral von der Geschichte ist aber, dass wir beide keinerlei Ahnung von Autos haben und die Theorie mit dem Stein auch nur eine Vermutung ist. Wir haben daraufhin beschlossen, irgendwann mal einen "Richtige Männer"-Kurs zu belegen. Mit Feuer machen, Wildschweine schießen und natürlich Autos reparieren :-). Weiterhin habe ich gelernt, dass Adrenalin alle aufkommenden Krankheiten im Keim zu ersticken scheint. Umso tiefer wir ins Tal kommen, desto wärmer wird es auch wieder. Die ersten Apfelbäume und Weinreben sind zu sehen und Palmen und Zypressen prägen immer mehr die Landschaft. An dieser idyllischen Stelle war dann auch einmal Zeit, das Navi zu checken und die Tripinfo anzeigen zu lassen. Wow, der Chevrolet Aveo fährt doch tatsächlich 195 km/h! Im Hotel Steiner angekommen mussten wir zunächst einmal feststellen, dass ein Flachbildschirm im Zimmer nicht unbedingt auf die Qualität des restlichen Inventars schließen lässt. Leider war nämlich neben dem Fernseher auch das Bett bzw. dessen Matratze recht flach. Der Balkon hat aber für vieles entschädigt und wir konnten den ersten Abend in den Alpen mit einen Blick auf die Berge ausklingen lassen. Vorher sind wir jedoch noch in die Innenstadt gelaufen, um unsere hungrigen Mäuler zu stillen. Die Erkenntnis hier ist, dass ein Essen für 30€ nicht unbedingt lecker sein muss. Leider habe ich vergessen, wie das Restaurant hieß, denn ansonsten würde ich an dieser Stelle abraten, dort zu essen.
Das Hotel Steiner ist ein familiär geführtes Haus mit zuvorkommenden Inhaber. Leider kann dies nicht darüber hinweg täuschen, dass das Hotel seine besten Jahre bereits hinter sich hat. An vielen Stellen hat der Zahn der Zeit an der Substanz genagt, auch wenn das Hotelmanagement an anderen Stellen mit viel Liebe zum Detail arbeitet. Das Frühstück war nichts Besonderes: es gab Brötchen, Käse, Wurst und Marmelade und man konnte zwischen Tee und Kaffee wählen. Letztlich haben wir eine passable erste Nacht für 37€ p.P. inkl. Früstück verbracht und konnten so frisch und gestärkt den ersten Tag der Wanderung angehen.
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| Zuletzt aktualisiert am Montag, 10. August 2009 um 06:48 Uhr |










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