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Tag 2

Matatz - Pfelders

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Auch der zweite Tag begann mit Kaiserwetter! Wie soll es auch anders sein, wenn man mit einem Kaiser unterwegs ist. Übrigens, wir haben festgestellt, dass es eine Birnensorte gibt, die Kaiser Alexander heißt und ich war mit Alexander Kaiser unterwegs. Verrückt...

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Routine konnte man unsere Packversuche an diesem Morgen noch nicht nennen. Wir haben festgestellt, dass bestimmte Dinge im Rucksack einfach weiter oben liegen sollten. Tut man dies  nämlich nicht, wird man damit belohnt, den ganzen Rucksack auszuräumen und neu zu packen. Interessanter Nebeneffekt ist dabei, dass das Volumen des Gepäcks bei jedem Packversuch ansteigt.

Highlight des Frühstücks war die frische Kuhmilch direkt von der Alm, die mir die Wirtin serviert hat. Sehr lecker und nicht zu vergleichen mit der ollen H-Milch, die wir Städter regelmäßig trinken. Viel süßer und einfach voller im Geschmack. Ob das wohl was mit dem Fettgehalt zu tun hat?

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Unser Weg führte unser am zweiten Tag über Unterchristlhof und Ulfas nach Pfelders. Auf der Karte sah diese Strecke enorm lang aus und das war sie letztlich auch. Im Vergleich zu der Tortur am Vortag aber durchaus machbar. Kurz nach dem Start hat der Äxcel einen treuen Wegbegleiter gefunden: Noah! Die Namensgebung für dieses kleine Schmuckstück war ein Kinderspiel, schließlich kann ein so wohlgeformter und von allen Rindenresten befreiter Gehstock keinen anderen Namen bekommen. Ich wollte Alex nacheifern, habe mir auch einen Stock gesucht und musst leider nach nicht einmal einer halben Stunde schmerzhaft feststellen, dass richtig gute Stöcke eben keine Rinde mehr haben. Das Blasenstadium habe ich einfach einmal geschickt übersrpungen und habe mir die Haut am inneren rechten Daumen weggerubbelt. Diese nette Wunde hat mich dann den Rest der Wandertour begleitet. Man ahnt es nicht, aber die Innenseite des Daumen wird für viele verschiedene Dinge des Alltags gebraucht und eine Wunde an dieser Stelle ist wirklich nicht zu empfehlen.

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Der Weg nach Ulfas ist recht unspannend. Oft muss man entlang kleiner Straßen wandern und auch sonst ist dieser Teil des Höhenweges landschaftlich nicht besonders ansprechend.

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In Ulfas haben wir die erste längere Rast auf einer unbequemen Parkbank gemacht und die Reserven versucht aufzufüllen. Diese Bank war aber nicht zur Regeneration erbaut worden, glauben wir, denn als wir wieder aufbrachen, waren wir genauso erschöpft wie vor der Rast.

Gott sei Dank sind wir nach Ulfas aber immer weiter in Richtung Hochgebirge gewandert und damit auch in Richtung schöner Flussläufe und Bäche. An diesem Tag habe auch das erste Mal in meinem Leben meine Wasservorräte an einem kleinen Bergbach aufgefüllt, der unseren Weg gekreuzt hat. An dieser Stelle habe ich zwar noch nicht darüber nachgedacht, darauf zu achten, dass über dem Bach keine Alm mit scheißenden Kühen ist, geschadet hat mir das Wasser aber trotzdem nicht; es war sogar außerordentlich köstlich.

Nur ein paar Minuten weiter haben wir einen wunderbaren Flußlauf gefunden, den wir sogleich als Vertreter der sogenannten "Huckleberry-Finn-Gedächtnisstellen" benannt haben. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass wir noch an einigen solcher urigen Stellen vorbeikommen werden, sodass wir hier noch einmal Rast gemacht und unsere Akkus aufgeladen haben.

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Nach der Rast hat mich die Einbrödler-Krankheit befallen und irgendwie wollte ich den Rest des Tages alleine weiterwandern. Nach ein paar mehr oder wenigen lauten Fluchrufen von Alex war ich außer Sicht und Hörweite und konnte die Natur und ihre Geräusche genießen. Es ist erstaunlich, wie einen die Natur dazu bringen kann, einfach mal an gar nichts zu denken, außer daran, die Füße nacheinander auf den holprigen Waldweg zu setzen um nicht zu stolpern. Es war ein tolles Gefühl alleine durch den Wald zu marschieren und nach und nach eins mit der Natur zu werden.

Nach ein paar Kilometern durch den Wald führte der Meraner Höhenwanderweg auf eine rechts große und stark befahrene Straße. Da ich das nicht so recht glauben konnte, bin ich einfach über die Straße rüber und einem Feldweg gefolgt. Auf einer großen Wiese angekommen vernahm ich sodann einen lauten "Hallo"-Ruf aus dem Off und merkte, dass der wohl mir galt. Letztlich war es ein netter Bauer, der mich darauf hinweisen wollte, dass der Meraner Höhenwanderweg tatsächlich an der Straße verlaufe. Nun gut, knappe 5 Minuten umsonst gelaufen und wieder zurück auf die Straße.  Letztlich war dieses Teilstück auf der Straße aber auch nicht schlimm und nicht lang, sodass ich schon nach kurzer Zeit einen Weg entlang einer Winter-Rodelbahn gefunden habe. Ein Mörderanstieg, der einfach nicht enden wollte. Das Gute daran war aber, dass ich so innerhalb kürzester Zeit viele Höhenmeter überwunden habe und und mich so auf weitere Kilometer auf relativer Ebene freuen konnte.

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Der restliche Weg nach Pfelders verläuft entlang eines schönen Flusses, der über eine ebenso schöne Brücke überquert wird. Vorbei an Felskletternen, Ziegen, Kühen und ihren Besitzern habe ich nach einer weiteren Stunde gegen kurz vor 18:00 Pfelders erreicht und unter großer Freude meine Wanderschuhe ausgezogen. Die Füße in das klamme Gras zu stecken war ein tolles Gefühl und die Zeit bis zum Eintreffen von Alex verging wie im Flug.

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Meine naive Frage nach einem offenen Suxpermarkt um kurz vor sechs traf auf schüchternes Grinsen und den Hinweis, dass es zwar einen kleinen Konsum gebe, dieser aber erst morgen früh wieder öffnen würde. Egal, so konnten wir uns voll und ganz auf die Quartierssuche begeben und sind auch schnell fündig geworden. Im Häuslerhof haben wir Unterschlupf gefunden.  Für 33€ p.P. inkl. Frühstück kann man das ja schon fast als eine Luxusherberge mit Wannenbad und Balkon bezeichnen. Das Abendbrot in dem Schwesterhof des Häuslerhofs war fantastisch, auch wenn mein Pfeffersteak mit 23€ nicht gerade billig war: es war einfach lecker. Alex hat ein riesen Cordonbleu gegessen und den Rest meines Steaks. Wenn ich mich nicht irre, ist er innerlich geplatzt. Wer weiß, wer weiß.

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Am Abend haben wir dann noch versucht, den Fluss unter dem Nachthimmel zu fotografieren, aber selbst mit Stativ hätten wir glaube ich keine Chance gehabt. Die Nächte in den Bergen sind einfach zu dunkel und es scheint, als ob tatsächlich nur das Licht der vielen Sterne den Himmel erhellen würde. Nach einem kurzen Sterneguck-Intermezzo auf dem Balkon hat mich wieder die Müdigkeit gepackt und ich bin vor Äxcel ins Bett gegangen.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 10. August 2009 um 06:49 Uhr