Rundreise durch Florida

Vorbereitung

Vorfreude ist noch immer die schönste Freude! Und das Internet hat den Weg zum Ziel an vielen Stellen verkürzt. Wo man noch vor ein paar Jahren einen halben Wald auf dem Gewissen hatte, weil dutztende Reisekataloge nach Hause geschleppt werden mussten, gibt es nun zahlreiche Möglichkeiten schon vor dem Urlaub alle notwendigen Informationen zu sammeln und somit bestens präpariert in das Urlaubsvergnügen zu starten.

Flug

Ich habe für die Planung dieser Reise hauptsächlich das Internet genutzt und viel verglichen. Ich wollte von Anfang an nur die Flüge, den Mietwagen und die ersten Nacht in Florida in Deutschland buchen - der Rest lässt sich vor Ort viel besser gestalten. Gebucht habe ich die Flüge dann letztlich über Statravel und dabei einen tollen Fang gemacht. Berlin - Paris - Miami, Hin- und Rückflug für €413,51 inklusiver aller Gebühren und Steuern. Eine tolle Möglichkeit Hotels und Motels zu finden, bietet Priceline. Wenn man Glück hat, dann kann man sogar seine ganz eigenen Preisvorstellungen durchsetzen. Beachtet aber, es handelt sich bei den angegebenen Preisen immer um Nettopreise. Das bedeutet, dass die Steuern noch draufgeschlagen werden. Bei einem Zimmer, was knapp $40 kostet, kann das je nach Bundesstaat bedeuten, dass der endgültige Preis bei über $50 liegt.

Mietwagen

Es ist dringend zu empfehlen, den Mietwagen für die Zeit in Florida bereits in Deutschland zu buchen. Nicht nur, dass hier meist der Mietpreis schon viel geringer ist, als wenn man den Wagen direkt vor Ort buchen würde, nein, auch die Versicherungsbedingungen im Zweifel in deutscher Fassung erhalten zu können, machen eine Buchung im Vorhinein attraktiv.

Wir haben uns für die Kategeroe Midsize entschieden und über FTI gebucht. Dadurch, dass ich zum Zeitpunkt des Reiseantritt das 25te Lebensjahr noch nicht erreicht hatte, mussten wir einen ziemlich teuren "Under 25 Special"-Tarif nehmen. FTI sendet nach Begleichung der Rechnung einer Voucher-Heft zu, in dem alle wichtigen Informationen stehen und ganz wichtig, natürlich auch die Gutscheine, die das Abholen an der Vermietungsstation in den USA ermöglichen.

Anders als beispielsweise in Orlando befinden sich die Mietwagenstationen der großen Autovermieter nicht direkt am Flughafen und so mussten auch wir erst mit einem Shuttle vom Flughafen zur ALAMO-Station gebracht werden.

Die Mietwagen sind als solche eigentlich nicht mehr zu erkennen. Nur noch ein kleiner Barcode-Sticker deutet darauf hin, dass es sich um einen Mietwagen handelt. Nachdem es gerade in Miami immer wieder zu Überfällen auf Touristen gekommen ist, hat man aus den Vorfällen wohl gelernt und umgedacht.

Einreise und Zoll

Quelle: Auswärtiges Amt

Beachtet: Seit dem 12. Januar 2009 müssen alle Reisenden, die im Rahmen des „Visa Waiver“ Programms (VWP) in die USA reisen, vor der beabsichtigten Einreise zwingend via Internet unter https://esta.cbp.dhs.gov eine gebührenfreie elektronische Einreiseerlaubnis („Electronic System for Travel Authorization“-ESTA-) einholen.Die Beantragung über Dritte (z.B. Reisebüro) ist möglich. Die einmal erteilte Einreiseerlaubnis gilt für beliebig viele Einreisen innerhalb eines Zeitraums von zwei Jahren. Nur bei folgenden Sondersituationen muß auch vor Ablauf von zwei Jahren eine neue „Travel Authorization“ beantragt werden:

  • Wechsel des Reisepasses
  • Änderung des Namens
  • Wechsel der Staatsangehörigkeit
  • Wechsel des Geschlechts
  • Wenn sich Ihre Antwort auf eine der im ESTA-Antragsformular gestellten mit ja oder nein zu beantwortenden Fragen geändert hat (siehe hierzu die o.a. ESTA-Webseite)

Die Anmeldung auf den Seiten der ESTA funktioniert jedoch problemlos und dauert nicht länger als 10 Minuten für zwei Personen.

Um Ärger mit dem Zoll bei der Wiedereinreise nach Deutschland zu vermeiden, solltet ihr zumindest Kopien der Originalrechnungen von in die USA mitgebrachten Dingen mitnehmen. Der Laptop und die teure Spiegelrexflexkamera könnten sonst zum echten Koltz am Bein werden, für die ihr im Zweifel erst einmal Zoll und die deutsche Umsatzsteuer bezahlen müsstet, falls ihr nicht nachweisen könnte, dass diese Dinge bereits in Deutschland versteuert worden sind.

Tipps&Tricks

Mietwagen

Alle großen Mietwagenfirmen bieten einen Shuttleservice direkt vom Miami International Airport zu den jeweiligen Dependancen an. Ein wenig schwierig kann es sein, den Shuttlebus zu finden. Wir jedenfalls sind einige Zeit umhergewandelt, bevor wir den Abfahrtort der Busse lokalisiert haben. Versucht einfach die Bushaltestellen der lokalen Busse zu finden. Gegenüber dieser Haltestellen halten auch die Mietwagenbusse.

Der Check-In bei Alamo war unkompliziert, auch wenn man versucht hat, uns weitere Versicherungen aufzudrücken. Es wird versucht, den Kunden Angst zu machen, da bestimmte Risiken wohl nicht abgedeckt seien. Da wir aber das All-Inklusiv-Paket bei FTI gebucht hatten, hat der Kundenbetreuer bei Alamo uns nur die Roadside Assistance für 6,99$ PRO TAG aufzudrängen. Die eigentliche Toll-Free Nummer von Alamo würde über 40$ kosten, falls wir ein Problem mit dem Auto hätten und Alamo anrufen müssten. Wir haben das Paket trotzdem nicht abgeschlossen. Wenn man Glück hat, wie wir, dann ist die gebuchte Kategorie gerade ausgebucht. Wir hatten Midsize gebucht und sind dann kostenlos auf Fullsize upgegraded worden. Letztlich war das auch gut so, denn am Ende der Tour hatten wir eben ein wenig mehr Gepäck als am Anfang der Tour. 2 Koffer, 2 Reisetaschen und 2 Rucksäcke hätten in ein Midsize Auto nicht reingepasst.

Unser Fullsize Chevrolet Impala hat cirka 10 Liter auf 100km verbraucht, was bei einem Benzinpreis von 0,45€/Liter sehr gut zu verkraften ist. Das Tankstellennetz ist in Florida sehr gut ausgebaut, nur vor den Everglades sollte man darauf achten, genug getankt zu haben. Überprüft ganz genau die Schäden des Autos, bevor ihr den Autohof verlasst, denn nur so seid ihr bei der Rückgabe des Autos abgesichert, dass euch keine schon bestehenden Schäden angelastet werden. Ansonsten ist das alles sehr unkompliziert: man fährt zum Ausgang, das Auto wird gescannt, bestehende Schäden werden auf Nachfrage im Computer erfasst und schon ist man fertig.

Es ist auf jeden Fall empfehlenswert, entweder ein Navi aus Deutschland mit entsprechender USA-Karte mitzubringen oder dort beim nächsten Walmart eines zu kaufen. Das Leihen des Navis bei den Autoverleihern ist bei einem Urlaub ab 14 Tage meist teurer als ein neues Navi, was man ja auch nach dem Urlaub noch verwenden oder auch wiederverkaufen kann. Wir haben für unser Tomtom Go inklusive Steuern zirka 120$ bezahlt und sind deutlich billiger gekommen als das Ausleihen desselben Gerätes.

Verkehr

Der Verkehr in den USA ist ähnlich wie in Deutschland geregelt: auch herrscht Rechtsverkehr und bei einer roten Ampel muss man anhalten, grins. Nichtsdestotrotz gibt es natürlich ein paar kleine aber feine Unterschiede, die man bereits vor der Abreise verinnerlicht haben sollte.
Ganz wichtig ist, dass die Ampeln in den USA immer hinter der Kreuzung hängen und man weit vor der Ampel anhalten muss. Ich habe das als angenehmer als in Deutschland empfunden, da man die Ampel so immer im Blick hat und keine Verrenkungen mit dem Hals machen muss, um zu sehen, ob es bereits grün geworden ist. Beim Losfahren zeigen die amerikanischen Ampeln kein Gelb an, sondern die Ampel springt direkt von Rot auf Grün. Die Amerikaner scheinen die Haltelinie im Allgemeinen für nicht besonders wichtig zu erachten, denn man sieht eigentlich nie ein Auto dort halten. Die Geschwindigkeitsbegrenzungen können sowohl im Stadtbereich als auch auf den Highways relativ häufig wechseln, sodass man immer aufpassen muss, nicht zu schnell zu fahren. Auf den Interstates bleibt die Begrenzung oft mehrere Meilen ungeändert. Es ist aber grundsätzlich zu empfehlen, sich artig an die Geschwindigkeitsbegrenzungen zu halten und häufig vom Tempomat Gebrauch zu machen. Es gibt nichts einfacheres, als einem Strafzettel und Ärger in den USA aus dem Weg zu gehen, als den Tempomat einzuschalten. Grundsätzlich ist das Autofahren in den USA angenehmer als hier in Deutschland. Da die Straßen meist lange Zeit einfach schnurgerade geradeaus gehen und die Tempolimits mit dem Tempomat einfach eingehalten werden können, ist der Verkehr außerhalb der Großstädte immer im Fluss. Auch wenn die Amerikaner im Auto teilweise Zeitunglesen, sich Wimperntusche auftragen und viele andere Dinge tun, scheint es, auch wenn weil die Straßen viel breiter sind als in Deutschland, um einiges sicherer zuzugehen. Das ist aber nur meine ganz persönliche Einschätzung und nicht durch Unfallstatistiken hinterlegt. An vielen Stellen, egal ob am Strand oder in der Stadt muss man für das Parken auch Bezahlen. Das geschieht meist an Parkuhren, die direkt neben dem Parkplatz stehen und diese werden im Regelfall mit Quartern, also 25 Cent gefüttert. Es ist also angeraten, immer genügend Quarters bei sich zu tragen, denn sonst kann man sein Auto im Zweifel nicht abstellen und muss weiterfahren.

Einkaufen

Die USA sind ein Shopping-Paradies für uns Europäer, zumindest dann, wenn der Euro günstig steht. Zu der Zeit unserer Reise, im September 2009, stand kostetet ein Euro 1,45$ und somit konnte man alle Preis immer durch 1,45 teilen: ein tolles Gefühl, denn viele Dinge kosten in den USA schon in Dollar um einiges weniger als vergleichbare Dinge in Deutschland.

Zu jedem Besuch in Florida gehören selbstverständlich auch die zahlreichen Oulet-Malls des Staates. Nirgends kann man besser und billiger einkaufen als in diesen Direktverkäufen. Wir haben uns die Sawgrass Mills in Miami und die Premium und Prime Outlets in Orlando angeschaut und sehr viel geschoppt. Im Durchschnitt bezahlt man dort nicht einmal die Hälfte von dem, was man in Deutschland bezahlen würde. Als Beispiel bringe ich hier einfach mal eine Kapuzen-Reißverschlussjacke von Esprit, die ich dort für knappe 20$ bekommen habe. Eine Jacke von The Northface hat 150$ gekostet und Schuhe von Puma gab es für 30$.

Essen und Trinken

Es ist sehr schwierig, sich auf einer Rundreise durch die USA gesund zu ernähren, denn an jeder Jacke lauern die Fastfood-Tempel in einer nie gesehenen Vielfalt. Neben den auch in Deutschland bekannten McDonald's, Burger Kings und Kentucky Fried Chickens gibt es dutzende andere Ketten, die das schnelle Essen zu kleinem Geld versprechen. Sehr empfehlen kann ich Taco Bell, wo es Fajitas, Tacos und Burritos für den kleinen Geldbeutel gibt.

Sehr gut frühstücken kann man bei Denny's, Perkins und im Waffle House. Neben den Fastfood Restaurants gibt es natürlich auch die kleinen lokalen Restaurants und große Restaurantketten, die Essen auf höherem Niveau versprechen, aber auch deutlich teurer sind. Für ein Dinner bei Denny's oder Olive Garden muss man inklusive Trinkgeld für zwei Personen ungefähr 40$ einplanen.
Übernachten

In Florida gibt es ein riesiges Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten für den großen und kleinen Geldbeutel. Wenn man in der Nebensaison fährt, dann kann man fast immer für cirka 25$ die Nacht und pro Person unterkommen. Eine Möglichkeit an Schnäppchen zu kommen ist, die zahlreichen Couponhefte, die bei McDonald's und Co. ausliegen nach Angeboten zu durchforsten. Wir haben uns für eine andere Art der Schnäppchensuche entschieden und haben unsere Übernachtungen immer bei Priceline.com gebucht. Dort kann man sich die Gegend aussuchen, in der man übernachten möchte und wählt dann noch die Sternekategorie aus. Danach schlägt man einen Preis für diese Übernachtung vor und Priceline versucht zu diesem Preise eine Übernachtung in der gewählten Kategorie zu finden. Vorteil ist, dass man auch mal ein 4-Sternehotel für 50$ die Nacht bekommen kann, Nachteil ist, dass man vor dem Bieten nicht weiß, wie das Hotel aussehen wird. Wir haben jedoch immer Glück gehabt und alle über Priceline.com gebuchten Hotels waren zumindest ihr Geld wert.

 

Allgemeine Informationen

Quelle: Wikipedia

Florida ist ein Bundesstaat im Südosten der Vereinigten Staaten von Amerika. Er ist bekannt als der Sunshine State (dt.: Sonnenschein-Staat). „Florida“ kommt aus dem Spanischen und bedeutet „el campo que floral“, was so viel bedeutet wie: „Das Land der Blumen“ Der Staat wurde von den spanischen Entdeckern während der Osterzeit entdeckt. Ostern auf Spanisch heißt Pascua Florida. Die Bundesstaatenabkürzung für Florida lautet Fla. und die postalische Abkürzung ist FL. Das Emblemtier Floridas (Florida State Animal) ist der Florida Panther. Die Hauptstadt des beliebten Ferienziels ist Tallahassee. In der Ferienzeit besuchen mindestens 2 Mio. Menschen Florida.

Geographische Lage

Florida ist eine Halbinsel im Südosten der USA. An der Ostküste liegt der Atlantische Ozean, an der West- und an der Südküste der Golf von Mexiko.

Der Bundesstaat besitzt am südlichen Ende eine Inselkette, die „Keys“ genannt werden. Die bekanntesten sind die Florida Keys, die durch 42 Brücken miteinander verbunden sind. Am Ende dieser Inselkette liegt Key West. Von dort aus sind es nur 140 Kilometer bis nach Kuba. In Key West befindet sich auch der südlichste Punkt der kontinentalen USA.

Mit einer Gesamtfläche von 170.304 km² hat Florida den 22. Platz unter den Bundesstaaten. 30.634 km² (17,99 %) des Staatsgebietes sind Wasserflächen.

Nachbarstaaten

Im Norden liegen die US-Bundesstaaten Georgia und Alabama. Es liegt in der Nähe von Kuba, Haiti und anderen Ländern der Karibik. Nach Hawaii ist es der südlichste Staat der USA.

Klima

Florida ist in zwei Klimazonen eingeteilt: die nordwestliche Region ist subtropisch feucht und der Rest ist tropisch feucht. In der Zeit von Juni bis November wird Florida häufig von teils heftigen tropischen Stürmen (Hurrikans) heimgesucht. Die Winter sind mit Temperaturen um 25°C warm. Schnee ist in Florida unbekannt.

Klimatabelle - Miami

MonatJANFEBMÄRAPRMAIJUNJULAUGSEPOKTNOVDEZJAHR
Tagestemperatur °C 24 25 26 28 30 31 32 33 32 30 27 25 28,6
Nachttemperatur °C 15 15 18 19 22 23 25 25 24 22 19 16 20,2
Sonnenstunden pro Tag 7 8 9 10 10 10 10 9 9 9 8 7 8,8
Regentage 5 6 6 6 9 10 13 16 14 11 7 5 108
Wassertemperatur °C 22 22 23 25 27 29 30 31 30 28 26 24 26

Klimatabelle - Orlando

MonatJANFEBMÄRAPRMAIJUNJULAUGSEPOKTNOVDEZJAHR
Tagestemperatur °C 24 23 26 28 31 32 33 33 32 29 26 23 28,1
Nachttemperatur °C 9 10 13 15 19 22 23 23 22 19 14 11 16,6
Sonnenstunden pro Tag 6 7 8 10 10 9 9 8 8 7 7 6 7,9
Regentage 6 7 7 4 7 13 12 12 10 6 6 6 96

Bevölkerung

Florida hat 18.328.340 Einwohner (Stand: Census 2006), davon 76,3 % Weiße, 15,3 % Dunkelhäutige und Afroamerikaner, 2,2 % Asiaten und 0,3 % Indianer.[2] Florida ist der viertbevölkerungsreichste Bundesstaat der USA.

Religion

Die Bevölkerung Floridas gehört vor allem verschiedenen protestantischen Kirchen an. Jedoch steigt der Anteil der Katholiken rasant, vor allem wegen der Immigration von Einwanderern aus Kuba, der Dominikanischen Republik oder aus anderen lateinamerikanischen Staaten. Im Gegensatz zu anderen Südstaaten der USA hat Florida einen erheblichen Anteil an Juden, der etwa 4% ausmacht.

Geschichte

Spanische Expeditionen

Archäologische Funde lassen darauf schließen, dass Florida vor der Entdeckung durch die europäischen Siedler schon seit mehreren tausend Jahren bewohnt war. Die Ostküste von Florida wurde 1513 von dem Spanier Juan Ponce de Leon entdeckt. 1521 reiste Ponce de Leon – ausgerüstet und von einer Siedlergruppe begleitet – erneut nach Florida, um für Spanien dort eine Kolonie La Florida zu gründen, die von der indigenen Bevölkerung jedoch zerschlagen wurde. 1528 erkundete der Konquistador Pánfilo de Narváez, der in Florida Gold zu finden hoffte, die Westküste der Halbinsel, scheiterte aber ebenfalls an der Feindseligkeit der Einheimischen. Narváez erlitt schließlich Schiffbruch, sein Offizier Álvar Núñez Cabeza de Vaca überlebte jedoch, kehrte nach Spanien zurück und konnte dort von der Expedition berichten. Hernando de Soto wurde dadurch angeregt, 1539 erneut eine Invasion zu versuchen. Wie Narváez landete auch De Soto an der Westküste und unternahm von dort aus eine ausgedehnte Expedition durch den amerikanischen Südosten, bei der jedoch ebenfalls weder Gold noch ein geeigneter Standort für die Gründung einer Kolonie gefunden wurde, sodass die Spanier nach De Sotos Tod die Expedition aufgaben. 1559 errichtete Tristán de Luna y Arellano eine Siedlung im Gebiet des Pensacola, gab diese jedoch schon zwei Jahre später wieder auf.

Hugenottische und spanische Siedlungen

1562 erkundete der Franzose Jean Ribault, der auf der Suche nach einem möglichen Siedlungsplatz für hugenottische Auswanderer war, die Mündung des St. Johns River an der Ostküste von Florida. 1564 gründete sein Landsmann René Goulaine de Laudonnière dort die erste hugenottische Siedlung, das Fort Caroline. Die Spanier sahen sich herausgefordert und setzten 1565 einen Gouverneur von Florida ein, Pedro Menéndez de Avilés, der das französische Fort noch im selben Jahr zerstören ließ und 60 km südlich San Agustín gründete, die erste europäische Siedlung auf dem nordamerikanischen Festland, die dauerhaft Bestand haben sollte. Von San Agustín aus begannen die Spanier, den Südosten mit einem Netz katholischer Missionen zu überziehen.

Britische und französische Feindseligkeiten

1586 wurde San Agustín von dem englischen Freibeuter und späteren Vizeadmiral Francis Drake überfallen und ausgeplündert. Im 17. Jahrhundert versuchten englische Siedler in Virginia und den Carolinas beständig, die Grenze der spanischen Kolonie weiter nach Süden zu drängen. Dasselbe taten die französischen Siedler am Unterlauf des Mississippi. 1702 ließ der britische Kolonialgouverneur von South Carolina, Colonel James Moore, mit Hilfe verbündeter Muskogee-Indianer den Ort San Agustín zu zerstören; eine Einnahme des spanischen Forts gelang ihm jedoch nicht. Zwei Jahre darauf begann Moore, spanische Missionen im Norden Floridas niederbrennen und Indianer töten zu lassen, die den Spaniern auf gutem Fuße standen. Im Westen Floridas nahmen Franzosen 1719 die seit 1696 erneut bestehende spanische Siedlung in Pensacola ein.

Unter britischer Herrschaft

Das erweiterte Westflorida (1767)

Nach dem Siebenjährigen Krieg trat Spanien Florida an Großbritannien ab, das den Spaniern im Gegenzug die Herrschaft über Havanna überließ. Vertraglich besiegelt wurde dieser Tausch 1763 im Pariser Frieden. La Florida deckte bis zu diesem Zeitpunkt nur einen Teil des heutigen Bundesstaates Florida ab; die südliche Grenze lag etwa beim heutigen Gainesville. Die Briten teilten das Territorium in Ostflorida und Westflorida auf und betrieben eine konsequente Besiedelungspolitik. So boten sie den Siedlern kostenloses Land und Unterstützung beim Aufbau exportorientierter Unternehmen. Um den Bedarf an Arbeitskräften zu decken, wurden aus Europa in großer Zahl Schuldknechte nach Florida geholt. 1767 wurden die Grenzen von Westflorida so weit nach Norden ausgedehnt, dass das Territorium auch den Süden der heutigen Bundesstaaten Mississippi und Alabama umfasste.

Schicksal der indigenen Bevölkerung

Die Ureinwohner Floridas starben nach der Ankunft der ersten Spanier zu Tausenden, weil sie gegen die von ihnen eingeschleppten Krankheiten nicht immun waren. Ganze Völker wurden ausgelöscht, und es wird angenommen, dass die Spanier nach der britischen Übernahme von Florida die wenigen Indianer, die in ihren katholischen Missionen überlebt hatten, nach Kuba in Sicherheit brachten. Im Verlaufe des 18. Jahrhunderts wurde die Halbinsel jedoch erneut von Indianern besiedelt, als Teile der Muskogee, die sich untereinander entzweit hatten, aus dem Norden einzuströmen begannen. Infolge des Yamasee-Krieges gelangten auch viele Flüchtlinge der Yuchi und der Yamasee nach Florida. Trotz ihrer heterogenen Wurzeln wurden diese Indianer einheitlich als „Seminolen“ bezeichnet.

Erneut unter spanischer Herrschaft

Im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gewann Spanien, das auf Seiten Frankreichs gegen die Briten kämpfte, 1781 die Kontrolle über den größten Teil von Westflorida zurück. Im Frieden von Paris (1783) wurde Spanien ganz Florida wieder zugesprochen. Zu einer nennenswerten spanischen Besiedelung kam es danach nicht, die Besiedelungspolitik der Spanier zog Migranten jedoch insbesondere aus den Vereinigten Staaten an. Ein Zufluchtsort wurde Florida auch für Sklaven, die aus den Südstaaten entliefen, weil die Spanier ihnen die Freiheit versprochen hatten, wenn sie sich zum katholischen Glauben bekannten.

Amerikanische Eroberung

Im Jahre 1810 erhoben britische Siedler sich gegen die spanische Herrschaft und riefen am 23. September eine Free and Independent Republic of West Florida aus, die jedoch nur gut 10 Wochen Bestand hatte.

Am 27. Oktober desselben Jahres wurden Teile von Westflorida von den Vereinigten Staaten beansprucht, die geltend machten, die Region sei Gegenstand des Louisiana Purchase, bei dem die USA 1803 die französische Kolonie Louisiana erworben hatten. Die Übergabe der betroffenen Gebiete, die anschließend ins Orleans-Territorium und ins Mississippi-Territorium eingegliedert wurden, erfolgte im Dezember 1810. Nach dem ersten Seminolenkrieg (1817/1818), in dessen Verlauf amerikanische Truppen wiederholt in spanisches Gebiet eindrangen, kontrollierten die USA das gesamte Gebiet von Westflorida. Seit dem Britisch-Amerikanischen Krieg (1812-1814) befanden sich auch Teile von Ostflorida unter amerikanischer Kontrolle.

Unter amerikanischer Herrschaft

Ihren Abschluss fand die Amerikanisierung von Florida 1819 mit dem Adams-Onís-Vertrag, bei dem die Vereinigten Staaten im Gegenzug auf Landansprüche in Texas verzichteten. Am 17. Juli 1821 übernahm der spätere US-Präsident Andrew Jackson in Pensacola offiziell die Kontrolle über Florida. Am 30. März 1822 wurde Florida zum Organized Territory. Ostflorida und Westflorida wurden vereinigt, große Teile von Westflorida blieben jedoch auch weiterhin dem Orleans Territory und dem Mississippi Territory angeschlossen. Neue Hauptstadt des Territoriums wurde Tallahassee.

Amerikanischer Bundesstaat

Am 3. März 1845 wurde Florida der 27. Bundesstaat der USA.

Politik

Florida hat ein Zwei-Kammern-System mit einem 40-köpfigen Senat und ein Repräsentantenhaus mit 120 Mitgliedern. Der derzeitige (2007) Gouverneur von Florida ist der Republikaner Charlie Crist.

Obwohl Florida, wie die anderen Südstaaten, bis in die 1950er eher den Demokraten zugewandt war, kam es durch die Liberalisierung der Demokraten zu einer republikanischen Dominanz. Momentan ist das Verhältnis Republikaner zu Demokraten etwa 1:1, obwohl die Republikaner in den letzten Jahren zunehmend an Stärke gewannen. Die entscheidende Rolle bei Präsidentschaftswahlen, die Florida in den Jahren 2000 und 2004 zufiel, verdankt der Staat in erster Linie seinem rasanten Bevölkerungszuwachs. Die Gruppen, welche die meisten Einwanderer in Florida stellen, sind die sogenannten Hispanics sowie die Ruheständler aus dem Snow Belt. Beide Gruppen können in ihrer Gesamtheit keiner der beiden Parteien eindeutig zugeordnet werden. Daher bringt die Einwanderung in Florida, das sich hierdurch auch von seinem Image als sonnenverwöhnter Agrarstaat lösen konnte, keinem politischen Lager eindeutige Vorteile. Die in den vergangenen Jahren sehr engen Ausgänge bei den Präsidentschaftswahlen in Florida, machen den Staat für die Demoskopen nahezu unberechenbar. Neben dem Wandel vom Südstaat zum neuen modernen Melting pot der USA brachte das Bevölkerungswachstum auch einen enormen Anstieg der Wahlmännerstimmen mit sich. Diese stiegen im Verhältnis zu den anderen Staaten der USA in Florida seit dem New Deal am stärksten. 1940 stellte Florida sieben, ab 1944 dann acht, 1952 zehn, 1964 bereits 14, 1972 dann 17 Stimmen. Der rasante Anstieg der Bevölkerung begann in den 1980er Jahren, als sich in Florida vermehrt Flüchtlinge aus Kuba ansiedelten. Die Zahlen entwickelten sich wie folgt: 1984, 21 Stimmen; 1992, 25 Stimmen; 2000, 27 Stimmen. Florida rückte damit im Electoral College von Platz 31 bis auf den vierten Platz vor, den es seit 1992 innehat. Bei den letzten Wahlen seit 1952 entschied sich Florida bis auf 1964, 1976, 1996 und 2008 immer zugunsten der Republikaner. [7]

In Miami konkurrieren die liberalen Demokraten mit den reichen Exil-Kubanern, die eher den Republikanern zugewandt sind. Tampa war früher das Zentrum der Demokratischen Partei, hat sich aber in den letzten Jahren zu einem Pro-Republikaner-Zentrum entwickelt. Die Universitätsstadt Tallahassee ist zu einem neuen starken Zentrum der Demokraten geworden.

Wirtschaft und Infrastruktur

Das reale Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (engl. per capita real GDP) lag im Jahre 2006 bei USD 33.718 (nationaler Durchschnitt der 50 US-Bundesstaaten: USD 37.714; nationaler Rangplatz: 34).[8]

Floridas Klima und die vielen Strände machen es zu einem interessanten Freizeitort für Urlauber aus aller Welt sowie zum Alterssitz vieler Amerikaner. Auch die diversen Vergnügungsparks Universal Studios, Island of Adventure, Busch Gardens Afrika sowie Seaworld und nicht zuletzt das Walt Disney World Resort mit den Parks Magic Kingdom, Epcot, MGM Studios und Animal Kingdom in der Nähe von Orlando sind große Anziehungspunkte für Touristen. Daneben konzentriert sich die Wirtschaft auf den Anbau von Zitrusfrüchten (50% des Verbrauchs der USA) inklusive der Saftproduktion, es gibt zahlreiche Banken und es wird Phosphat abgebaut.

Daneben ist Florida der wichtigste Startplatz der NASA und U.S. Air Force für ihre Weltraummissionen vom Cape Canaveral, von 1963- 1973 Cape Kennedy.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 06. Oktober 2009 um 16:30 Uhr